Generelle Aussagen zum Buch von Autor*innen und Leser*innen

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Dieses Thema enthält 1 Antwort, hat 2 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 4 Jahre, 2 Monaten von  Paul R. Woods aktualisiert.

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  • #189

    Reiner
    Super-Administrator

    Hier bitte Eure mails mit generellen Bewertungen des Buches, die ihr mir bisher privat schickt, einstellen. Reiner

    • Dieses Thema wurde vor vor 4 Jahre, 1 Monat von  Reiner bearbeitet.
    #192

    Paul R. Woods
    Teilnehmer

    Anmerkungen (und Korrekturen) zu

    “Die Stadt, das Land, die Welt verändern!”

    S. 28 „Kölsch-Zyklen“:
    Rösrath war nie Teil von Köln. Hürth war im Landkreis Köln (jetzt Kreis Bergheim) und ebenfalls nie Teil von Köln.

    S. 43 „Nachtgebet auf den Weg in die Praxis“
    Das Nachtgebet hatte eine Veranstaltung zur Lage von Kindern in Deutschland veranstaltet. Hierbei traten wir vom SSK während der Diskussion auf und stellten unsere Arbeit dar. Das Nachtgebet machte den Vorschlag, dass wir selbst ein Nachtgebet veranstalten sollten. Das geschah dann am 5. Mai 1970 (das Text-Heft liegt mir vor).
    Auch der Text des Obdachlosen-Nachtgebets liegt mir vor.

    S. 46 „Der SDS stellt sich vor“
    Der „unbekannte Künstler“ ist Roland Eckardt, ursprünglich aus Wuppertal, damals Student der Soziologie in Köln. Er wandelte mehrere Vorlagen aus Comics leicht um. Ein anderes Bild zeigte einen Gorilla, der ausholt, um einen Molotow-Cocktail zu werfen. Der Text dazu lautete: „Der SDS bei der Wahrnehmung studentischer Interessen.“ Die Bilder dienten der SDS-Kampagne für die ASTA-Wahl, die auch von ihm gewonnen wurde.

    S. 48 „Evangelische Studentengemeinde“
    Auch der SSK traf sich 1970/71 wöchentlich in der ESG.

    S. 57 „Demos gegen Fahrpreiserhöhungen der KVB“
    Die Sitzblockaden von 1966 sollten nicht unerwähnt bleiben, auch wenn es der RCDS war, der sie organisierte.

    S. 72ff „Der SSK“
    Die offizielle Gründung des SSK fand statt durch Unterschreiben der Satzung durch 10 Personen im November 1969 im Franziskaner-Kloster, Ulrichgasse, Köln. Nicht unterschrieben haben Rainer Kippe und Lothar Gothe, um wegen ihrer bekannten Linkslastigkeit es den Institutionen der öffentlichen Jugendhilfe es nicht zu leicht zu machen, den SSK in eine bestimmte politische Ecke zu drängen. Der damalige Mitarbeiter des Landesjugendamtes Dr. Klaus Rehbein, war bei der Gründung (und auch bei vielen vorherigen und späteren Treffen) dabei, unterschrieb aber ebenfalls nicht.
    Die Gründungsmitglieder waren 5 Sozialarbeiter der Stadt Köln, der frühere Hausgeistliche des Don Bosco-Heims, Große Telegraphenstraße, Köln (Träger: Sozialdienst Katholischer Männer – Einrichtung auf Betreiben des SSK geschlossen), 3 andere Kölner Bürger und als einziges ehemaliges Heimkind ich.
    Der ursprüngliche Name des SSK war von einem ehemaligen Erzieher des Don-Bosco-Heimes kreiert worden.
    Auch wenn es im Artikel so klingt, als wenn der SSK als Antwort auf die Öffentliche Erziehung gegründet wurde, war dem nicht so. Er erstand eher aus der Not.
    Die ursprünglichen Initiatoren des SSK waren Personen, die den Kindern und Jugendlichen, die bei der abendlichen Schließung von Republikanischen Club, SDS-Zentrum und ähnlichen, Unterkünfte anboten. Beim Versuch, hierfür Kosten bei den Jugendämtern geltend zu machen, wurde die Zahlung verweigert, da die Antragssteller nicht „anerkannter Träger der öffentlichen Jugendhilfe“ wären.
    Als ich um Hilfe gebeten wurde, habe ich die Satzung an die Vereinsgesetze angepasst, und die unterschriebene Satzung dem Amtsgericht zum Eintrag vorgelegt. Danach wurde die Befreiung von der Körperschaftssteuer beim Finanzamt beantragt. Sowohl das Amtsgericht als auch das Finanzamt agierten nur nach Androhung von Klagen nach der Verwaltungsgerichtsordnung und von Dienstaufsichtsbeschwerden (Untätigkeit im Amt). Mit der anschließenden Aufnahme in den
    Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband waren die gesetzlichen Bedingungen erfüllt.
    Zahlungen für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen wurden dennoch nie an den SSK vorgenommen, sondern nur in Einzelfällen direkt an die Person, bei der der Minderjährige wohnte, und auch das nur mit öffentlichem Druck.

    S. 73 „Zentrum für obdachlose Jugendliche“
    Nach einer Aktion des SSK (zusammen mit Günter Wallraff und einem Fernsehteam) im Rheinischen Landesjugendheim Erlenhof in Euskirchen kam es zu einer Massenflucht von 16 Jugendlichen nach Köln zum SSK.
    Das Landesjugendamt Rheinland (LJR) hat zur „Beilegung dieses Problems“ den SSK zur Besprechung ins Landeshaus Deutz gebeten. Wir sollten nur zu dritt kommen. Lothar Gothe und ich waren die direkten SSK-Repräsentanten und als „neutrale“ Person begleitete uns Fulbert Stefenski (ehemals Abt im Benediktinerkloster Maria Laach, danach verheiratet mit der evangelischen Pastorin Dorothee Sölle). Was uns nicht mitgeteilt worden wurde war, dass das LJR ca. 35-40 Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen ebenfalls eingeladen hatte. Die ganze Veranstaltung wurde anstatt zum Tribunal über den SSK zum publizistischen Reinfall für das LJR – keiner der Jugendlichen ging zurück.
    Nach Absprache mit dem damaligen Kulturdezernenten der Stadt Köln besetzte der SSK das leer stehende Verwaltungsgebäude (Roßstraße 16, Köln-Ehrenfeld) der ehemaligen Schokoladenfabrik Kwatta. Nach zwei Tagen tauchen Sozialarbeiter der Stadt Köln auf, darunter frühere SSK-Gründungsmitglieder, und bieten den Jugendlichen freizügig Geld an, wenn sie sich den Maßgaben des Jugendamtes fügten. Das Geld wurde vom damaligen Sozialdezernenten Norbert Burger beschafft – insgesamt DM 10.000. Damit war der SSK mit seinem Ansatz den Jugendlichen eine Alternative zur Heimunterbringung anzubieten nach nur 4 Wochen beendet.

    S. 146 SDAJ
    Es gab eine Zeitschrift „elan“, die meines Wissens in der DDR hergestellt wurde. Abonnenten bildeten den „Club elan“ und aus viele Mitglieder dieses Clubs stellten die Gründungsmitglieder der SDAJ – darunter auch ich.
    Allerdings wurde ich im März 1969 wegen Kritik an der UdSSR (Zerschlagung des Prager Frühlings im August 1968) wegen „Linkssektierertums“ ausgeschlossen.

    S.405f Schleyer
    Am Tage der Entführung des ehemaligen SS-Mannes Hans-Martin Schleyer war ich mit meiner ältesten Tochter auf einem Kinderspielplatz im Kölner Stadtwald (nahe der Dürener Straße) . Als die anwesenden Mütter und ich die Schüsse hörten habe wir unsere Kinder gepackt und sind schnellstens verschwunden.
    Aus dem Radio hörte ich dann von der Entführung, wobei der WDR2 sich erstaunt gab, wie die Entführer an den „Fahrplan“ Schleyers gekommen sein könnten. Dabei konnte man die Uhr danach stellen, wann zwei Mercedes-Wagen mit Stuttgarter Kennzeichen und Blaulicht daher gejagt kamen, alle Verkehrsregeln missachtend.

    Jahreschroniken 1969-1990:
    S. 584 Köln 12.05.1970
    Die Demonstration gegen den Überfall auf Kambodscha war auf meinen Namen angemeldet worden.
    Ein persönliches Ergebnis war für mich eine Strafanzeige:
    „Der berufslose Ausländer Paul Woods mit häufig wechselndem Wohnsitz wird beschuldigt am 12.05.70 mit Waffen öffentlich aufgetreten zu sein, obwohl zum Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit nicht befugt (…) Der Beschuldigte ist mir von einem früheren Polizeieinsatz her persönlich bekannt.“
    Die Gerichtsverhandlung war 1972 und führte zum Freispruch wegen erwiesener Unschuld und verfälschenden und diskriminierenden Aussagen des Zeugen (= Polizist).
    Berufslos = Erfolgreiche Kaufmannsgehilfenprüfung bei der IHK Köln mit
    anschließender lückenloser Erwerbstätigkeit in Köln (Nachweise wurden dem Gericht vorgelegt)
    häufig wechselnder Wohnsitz = lückenloser Bestand der Meldebescheinigung wurde
    dem Gericht vorgelegt
    Waffenbesitz = umfangreiches Fotomaterial ergab keinen Nachweis für die
    Waffen (= Molotow-Cocktails)
    Früherer Polizeieinsatz = nach Kreislaufkollaps in einem Kino hatte der Polizist einen
    Rettungstransportwagen angefordert

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